Vor dem 18. Und letzten Spieltag einer langen Saison war die Rechnung simpel: Selber musste man sein Heimspiel gegen den SVW Weingarten gewinnen und der TTV Gärtringen durfte beim feststehenden Meister aus Ulm nicht siegen um die Saison auf dem zweiten Tabellenplatz zu beenden.
Da man sowieso nur eine der zwei Bedingungen in der Hand hatte, konzentrierte man sich auf seine Aufgabe gegen den stark abstiegsbedrohten Gegner. Diese wollten zumindest noch den SSV Reutlingen mit einem Unentschieden in der Tabelle überholen um durch die Neugestaltung der Ligen eventuell die Verbandsligaklasse halten zu können.
Vor Spielbeginn war aber erstmal die gebührende Verabschiedung von Moritz Schulz an der Reihe. Jahrelang war er am vorderen Paarkreuz der ersten Mannschaft maßgeblich mitverantwortlich, dass es bis hoch in die Verbandsoberliga ging. Mit Christoph Hörmann gemeinsam bildete er eins der stärksten Doppel im Bezirk und auch neben dem Tisch war er als Jugendleiter eines der Gesichter des Vereins. (ausführlicher Bericht über Moritz folgt).
In den Doppeln ließ sich der Gegner aus Weingarten etwas einfallen, sie stellten sich vor allem im Doppel 2 und 3 stark auf. Und das machte sich beinahe bezahlt, denn Christoph Hörmann/Jochen Raff, bis dahin mit einer unglaublichen 18:1 Bilanz, mussten sich gegen Tim Julian Oelze und Michael Mayer-Rosa gehörig strecken um nicht ihre zweite Niederlage zu kassieren. Nach 1:2 Rückstand gewann sie aber nervenstark die Sätze 4 und 5 mit 11:7 und 11:8. Moritz Schulz und Johannes Gollub bildeten wie am Anfang der Vorrunde das Doppel 2 und bewiesen, dass sie immer noch gut zusammenspielen. Gegen Uwe Panis/Thomas Hau gewann man glatt in drei Sätzen. Nur der perfekte Doppelstart blieb aus, nach einem klaren ersten Satz kamen Fabian Schnaidt und Fabius Gustedt gegen Mika Voss und Moritz Schall nie mehr richtig in Fahrt und mussten eine Viersatzniederlage hinnehmen.
Richtig beruhigend sollte es erstmal auch nicht werden und es wurden am vorderen Paarkreuz mehr Sätze gespielt als uns lieb war. Christoph musste für seinen Sieg hart arbeiten und sah sich wie schon im Doppel mit einem 1:2 Satzrückstand konfrontiert. Doch in Manier eines Spitzenspielers folgten zwei recht deutliche 11:4 und 11:6 Satzgewinne. In seinem vorletzten Einzel für den TTC wollte Moritz nochmal all sein Repertoire auspacken, aber vor allem sich für die Vorrundenniederlage gegen den mit Antispin auf der Rückhand abwehrenden Tim Julian Oelze revanchieren. In einem sehenswerten Match verpasste er es bei 1:0 und 10:6 sich die 2:0 Satzführung zu holen und am Ende war das Glück nicht auf seiner Seite, er verlor sein Spiel mit 9:11 im fünften Satz.
Erstmals einen kleinen Vorsprung erspielen war Jochen Raff und Fabian Schnaidt am mittleren Paarkreuz zu verdanken, Fabian gewann sehr überzeugend gegen den ebenfalls mit langer Noppe spielenden Michael Mayer-Rosa und auch Jochen blieb ohne Satzverlust gegen Moritz Schall.
Während Johannes Gollub auf 6:2 erhöhte und sein Spiel gegen Thomas Hau mit 3:0 gewann, kam am letzten Spieltag zum allerersten Mal in der Saison mit Fabius Gustedt ein „Ersatzspieler“ zum Einsatz. Davor hatte man erfolgreich 17 Spiele lang mit den gleichen 6 Spielern durchgespielt und dabei kleineren Verletzungen, Krankheiten und sonstigen Unwägbarkeiten getrotzt. Fabius, der eine fantastische und konstant gute Leistung in der Landesklasse zeigt, konnte sich zur Freude seiner Mitspieler in fünf Sätzen gegen Uwe Panis behaupten.
Im Spiel der beiden Nummer 1 ihres Vereins sah es zuerst so aus, als hätte Christoph Hörmann das unorthodoxe Abwehr-Angriffspiel seines Gegenübers Tim Julian Oelze im Griff. Doch nach zwei 11:8 Satzgewinnen gingen die nächsten beiden Sätze mit 9:11 und 10:12 verloren und Christoph durfte sich zum dritten Mal am heutigen Abend im Entscheidungssatz beweisen. Hier ging er dann ebenfalls zum dritten Mal und nach 15 von 15 möglichen gespielten Sätzen als Sieger hervor.
Und so kam es, dass beim Stand von 8:2 niemand anderes als Moritz Schulz in seinem letzten Spiel den Sieg für den TTC bescherte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einem wichtigen 14:12 zum Satzausgleich, war er ab Beginn des dritten Satzes spielbestimmend und dominant wie man ihn aus den letzten Jahren kennt.
Mit 9:2 gelingt uns damit ein erfolgreicher Abschluss und durch die Niederlage einen Tag später von Gärtringen schließt man die Saison mit 28:8 Punkten als Zweiter ab. 2 Niederlagen gegen Ulm, 1 Niederlage gegen Herrenberg, 1 Unentschieden gegen Gärtringen und 1 Unentschieden gegen Rottenburg bei ansonsten 13 Siegen lautet die Bilanz.
Mit 37:19 Siegen in den Doppeln startete man fast immer mit 2:1, besonders Christoph und Jochen in ihrem ersten gemeinsamen Jahr wurden direkt zum besten Doppel der Liga (19:1) und auch Dominik und Johannes harmonierten gut im wichtigen Doppel 3 (8:3). Mit Christoph hatten wir zudem den vielleicht besten Einzelspieler in unseren Reihen (32:4), der gemeinsam mit Jochen (23:7) ein Garant für Siege war. Moritz drehte in der Rückrunde zum krönenden Abschluss nochmal auf (11:4) und Dominik war in 2025 einer der besten Spieler am hinteren Paarkreuz (9:2). Fabian bewies seine Klasse vor allem in der Defensive und spielte in seinem ersten Jahr am mittleren Paarkreuz eine positive Bilanz (14:12).
Mit einigen Veränderungen muss man nächste Saison klarkommen, daher verzichtet man auch auf die Teilnahme der Relegation.